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Freie Trauung: Seid ihr danach eigentlich verheiratet?

vor 2 Stunden
3 Min. Lesezeit


Mal ehrlich, liebe Brautpaare: Das Standesamt macht euch zu Eheleuten. Die freie Trauung macht daraus euren Tag. Das eine ist Pflicht, das andere ist eure Geschichte. Und ich finde, beides hat seinen Platz verdient.


Warum ich darüber schreibe? Weil mir dieses Thema in meiner Hochzeitsbubble immer wieder begegnet. Da sitze ich mit einem Paar bei mir im Büro in Wahrsow, wir sprechen gerade über den schönsten Ort für die Trauung, über die Gästeliste und darüber, zu welchem Song die beiden einlaufen wollen. Und dann kommt dieser Satz, den ich wirklich genau so gehört habe: „Wenn wir dich buchen, müssen wir ja nicht mehr zum Standesamt.“ Ganz ehrlich, ich verstehe den Gedanken total. Wenn ihr euch vor all euren Lieblingsmenschen das Ja-Wort gebt, fühlt sich das nach Heiraten an, nach dem großen, echten Moment. Warum sollte der nicht zählen?


Also, wie ist das jetzt mit dem Standesamt?


Ich mach es kurz, damit euch kurz vor der Hochzeit keine Überraschung erwartet. Vor dem Gesetz verheiratet seid ihr in Deutschland erst nach dem Standesamt. Eine freie Trauung ist eine private Zeremonie, und so schön sie ist, rechtlich ändert sie nichts. Bei der Kirche ist das übrigens gar nicht so anders. Dort kann man seit 2009 zwar auch ohne Standesamt heiraten, für die Rentenversicherung zählt das aber nicht. Euer gemeinsamer Name, Steuern, Erbe und all die Dinge, mit denen ihr euch gegenseitig absichert, laufen über das Standesamt. Klingt erstmal nüchtern, ist aber eigentlich ganz entspannt: ein Termin, ein paar Unterschriften, und der offizielle Teil ist geschafft.


Und warum eure freie Trauung trotzdem das Herzstück ist


Jetzt könnte man denken, dann ist die freie Trauung ja nur das hübsche Extra für die Fotos. Wie ihr euch vielleicht schon denken könnt, sehe ich das ein bisschen anders. Für mich ist das Standesamt die Form, die der Staat braucht. Die freie Trauung ist die Form, die ihr braucht. Da geht es nicht um Paragrafen, sondern um euch zwei, um eure Geschichte und um die Menschen, die euch auf diesem Weg begleitet haben. Deshalb gibt es bei mir auch keine Rede von der Stange. Ich schreibe jede Trauung für genau ein Paar, und am liebsten so, dass sie würdevoll ist, ohne steif zu wirken, und humorvoll, ohne albern zu werden.


Ein Tag oder zwei? Beides kann wunderschön sein


Wie ihr beides verbindet, entscheidet ihr ganz allein. Manche Paare gehen morgens zum Standesamt und feiern nachmittags mit allen Gästen ihre freie Trauung. Andere heiraten standesamtlich ganz im Kleinen und geben sich das große Versprechen ein paar Wochen oder Monate später. Da gibt es kein Richtig oder Falsch, nur die Frage, was sich für euch gut anfühlt. Mein kleiner Tipp aus der Praxis: Kümmert euch früh um euren Termin beim Standesamt. Die Eheschließung muss dort vorher angemeldet werden, und die schönen Termine sind oft schneller weg, als man denkt. Wenn das erledigt ist, könnt ihr euch ganz entspannt auf den Teil freuen, bei dem später alle Gänsehaut bekommen.


Was ich mir von euch wünsche


Eine freie Trauung mit mir ist kein Formular, das ihr ausfüllt. Bei mir steht ihr als Brautpaar immer im absoluten Mittelpunkt, und zwar nicht nur am Hochzeitstag selbst, sondern auch in all den Wochen und Monaten davor. Wir sind also eine ganze Weile gemeinsam unterwegs. Ich möchte euch richtig kennenlernen: wie ihr euch begegnet seid, was euch zum Lachen bringt, was euch zusammenhält, und gern auch die Geschichten, die sonst nur eure engsten Freunde kennen. Dafür braucht es ein bisschen Vertrauen und manchmal auch ein kleines bisschen Mut. Aber genau daraus entsteht eine Rede, bei der eure Gäste nicken und denken: Ja, genau das sind die beiden.



Und das bekommt ihr zurück


Diesen einen Moment, in dem es plötzlich ganz still wird. Ihr steht an eurem Lieblingsort, vielleicht am Wasser, vielleicht in einem Garten, und hört eure eigene Geschichte. Eure Gäste lachen an den Stellen, an denen sie euch wiedererkennen, und werden ganz leise bei denen, die sie so noch gar nicht kannten. Seit 2019 durfte ich über 150 Paare durch genau diesen Moment begleiten, und er ist jedes Mal anders, weil jede Liebesgeschichte anders ist. Oder wie Nadine & Eric es gesagt haben: „Du hast uns und unsere Gäste mit deiner Rede berührt.“


Fotos: René fotografiert euch https://www.rene-fotografiert-euch.de/

Und wenn mir wieder ein Paar sagt, dass es mit mir ja nicht mehr zum Standesamt muss, dann sage ich ganz liebevoll: Doch, ihr Lieben, da müsst ihr hin. Verheiratet macht euch das Standesamt. Aber richtig geheiratet, so wie ihr euch das erträumt, habt ihr an dem Tag, an dem ihr eure Geschichte erzählt. Und wenn ihr Lust habt herauszufinden, wie eure Geschichte als Trauung klingen könnte, dann lasst uns kennenlernen. Ich freu mich auf euch.



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